Aktuelle Bestimmungen in Zeiten von SARS-CoV-2

Mit 22.11.2021 tritt die 5. COVID-19-Notmaßnahmenverordnung in Kraft.

 

Allgemeines:
Unter eine Maske ist immer eine FFP2-Maske zu verstehen (§ 2 Abs. 1).
 
Personenbeschränkungen:
Für Begräbnisse gibt es KEINE Personenbeschränkungen.
 
Ausgangsbeschränkungen:   § 3 Abs. 1
Neben etlichen Ausnahmen der Ausgangsbeschränkungen (siehe § 3   5.COVID-19-NotMV) sind insbesondere die Befriedigung religiöser Grundbedürfnisse, aber auch der Friedhofsbesuch und der individuelle Besuch von Orten der Religionsausübung (insb. Kirchen).
 
Private Kontakte sind nur zwischen 1 Haushalt + 1 haushaltsfremde Person zulässig.
 
Abstand und Maskenpflicht:   § 2 Abs. 8
Ein ABSTAND von 2 Metern ist einzuhalten (also eine dringende Empfehlung).
 
In den rechtlichen Beurteilungen wird darauf verwiesen, dass die Verordnung eines Mindestabstandes schwierig ist, weil viele Ausnahmen gemacht werden müssen (z.B. Verkehrsmittel, Lifte, etc.) daher wurde eine dringende Empfehlung formuliert („ist darauf zu achten“), anstelle einer (sonst auch strafbaren) Norm. Daher gibt es auch keine Regelungen über Sitzplätze, die freigehalten werden müssen, etc.
 
MASKENPFLICHT herrscht:

  • an öffentlichen Orten in geschlossenen Räumen
  • bei Fahrgemeinschaften, wenn Personen aus mehreren Haushalten im Auto sind
  • in allen Kundenbereichen (bei uns, als auch in allen Geschäften)
  • Alten- und Pflegeheimen
  • Krankenhäusern
  • an allen Orten beruflicher Tätigkeit (Büro, Hausaufnahme, Friedhof, Kirche(!), etc.), wenn der Kontakt zu haushaltsfremden Personen nicht ausgeschlossen werden kann. Wird also im Büro nur im Familienverbund gearbeitet, so kann die Maske abgenommen werden. Das jedoch auch nur dann, wenn ein Kunde nicht auch unangekündigt das Büro betreten kann.

 
Büro und Hausaufnahmen:   § 7

  • Büro: Geöffnet, jedoch nur für aktuelle Sterbefälle
  • Hausaufnahmen: möglich, jedoch nur für aktuelle Sterbefälle

 
Auflagen für Kundenkontakt:

  • Maskenpflicht für alle anwesenden (durchgehend)
  • nur so wenige Personen zum Gespräch wie möglich
  • 2 Meter Abstand

 
Die Bestattungsbüros dürfen offenhalten (§ 7 Abs. 2 iVm § 7 Abs. 6f), genauso wie auch Hausaufnahmen weiterhin möglich sind. Egal ob man die Bestattungsunternehmen unter den Bereich der Gesundheitsdienstleister (meine Ansicht) oder Notfalldienstleister (Ansicht der WKÖ) zählt, ist iVm § 7 Abs. 7 davon auszugehen, dass nur aktuelle Sterbefälle zu Beratungen kommen dürfen, die Beratung für Bestattungsvorsorgen ist für die Dauer des Lockdowns nicht zulässig. Vorsorgemappen, Unterlagen, etc. können jedoch zugesendet oder per Mail verschickt werden.
 
Aus § 7 Abs. 4 ergibt sich, dass wenn Personen aus unterschiedlichen Haushalten zum Gespräch kommen, so ist die Anzahl auf das absolut notwendige Minimum zu beschränken! Bitte schon im Vorfeld am Telefon darauf hinweisen, dass nur so wenige Personen wie möglich kommen bzw. anwesend sein sollen.
 
Orte der beruflichen Tätigkeit:   § 8

  • 3G-Nachweis verpflichtend
  • Maskenpflicht (Details siehe „Maskenpflicht“)
  • 2 Meter Abstand

 
Diese Auflagen gelten sowohl im Büro, bei Hausaufnahmen, aber auch am Friedhof bzw. für Bestatter bzw. Mitarbeiter, die in der Kirche tätig sind (Träger, Arrangeur, Wächter).
 
Betriebe können für einzelne Betriebsbereiche (mit entsprechender Begründung) auch strengere Maßnahmen für die Mitarbeiter erlassen. (§ 8 Abs. 8)
 
Alten- und Pflegeheime:   § 12

  • 2,5G-Nachweis
  • Maskenpflicht
  • 2 Meter Abstand

 
Da Alten- und Pflegeheime zwingend ein Covid-19-Präventionskonzept erstellen müssen und in diesen auch das Betreten durch externe Dienstleister geregelt werden muss, kann es sein, dass manche Alten- und Pflegeheime auch strengere Regeln (z.B. 2G-Nachweis-Pflicht) erlassen. Sollten Bestatter bzw. deren Personal keinen 2G-Nachweis haben, so ist es empfehlenswert sich vor Abholungen beim jeweiligen Heim zu erkundigen, ob der Zutritt mit PCR-Test möglich ist.
 
Krankenanstalten:   § 13

  • 2,5G-Nachweis
  • Maskenpflicht
  • 2 Meter Abstand

 
Da Krankenanstalten zwingend ein Covid-19-Präventionskonzept erstellen müssen und in diesen auch das Betreten durch externe Dienstleister geregelt werden muss, kann es sein, dass manche Krankenhäuser auch strengere Regeln (z.B. 2G-Nachweis-Pflicht) erlassen. Sollten Bestatter bzw. deren Personal keinen 2G-Nachweis haben, so ist es empfehlenswert sich vor Abholungen bei der jeweiligen Prosektur des Krankenhauses zu erkundigen, ob der Zutritt mit PCR-Test möglich ist.
 
Begräbnisse (außerhalb der Kirche):   § 14 Abs. 1 Z 7

  • Maskenpflicht
  • 2 Meter Abstand
  • Kontaktdatenerfassung durch Bestatter
  • KEINE Personenbeschränkung

 
In der Kirche = im Kirchengebäude (Trauerfeier, Totenwache):

  • Maskenpflicht
  • 2 Meter Mindestabstand
  • KEINE Personenbeschränkung

 

  • Willkommensdienst durch die Pfarre
  • (freiwillige) Kontaktdatenerfassung durch die Pfarre (keine Pflicht in der Kirche)

 
Aufbahrung (außerhalb der Kirche):

  • Maskenpflicht
  • 2 Meter Abstand
  • Kontaktdatenerfassung je nach Situation (siehe unter „Kontaktdatenerfassung“)
  • Zugang zur Aufbahrung möglichst nur familienweise

 
Wird in der Kirche direkt aufgebahrt, gelten die Regeln für die Trauerfeier im Kirchengebäude.
 
Totenwache / Rosenkranz:

  • Maskenpflicht
  • 2 Meter Mindestabstand
  • KEINE Personenbeschränkung

 
Grabgang / Urnenbeisetzung:

  • Maskenpflicht
  • 2 Meter Abstand
  • KEINE Personenbeschränkung

 
Live-Musik:   § 14
In der KIRCHE:

  • Orgelmusik
  • bis zu 4 Live-Musiker (Gesang oder Instrumente) zusätzlich zur Orgel möglich

 
Bei Aufbahrung, am Grab bzw. bei Trauerfeiern die nicht in der Kirche stattfinden:

  • wahrscheinlich möglich
  • Abstand jedenfalls deutlich größer als 2 Meter

 
Die Vorgaben für künstlerische Darbietungen in fixer Besetzung sind sehr diffizil und voller Einschränkungen. Es wird in diesen Tagen mit dem Österr. Blasmusikverband geklärt, wie weit das Spielen von Bläsern möglich ist.
Aus § 14 Abs. 3 iVm § 11 Abs. 3 ergibt sich, dass mit entsprechendem Präventionskonzept (und der deutliche Abstand wäre hier ein wesentlicher Teil davon) das Spielen möglich sein sollte, wenn die Musiker einen 3G-Nachweis erbringen können.
 
Kontaktdatenerhebung:   § 16
Wie bereits in den letzten Verordnungen eingeführt, besteht die Pflicht zur Erhebung von Personendaten zur Kontaktnachverfolgung auch weiterhin. Wichtig ist jedoch, dass diese Daten nun auch dann erhoben werden müssen, wenn die Zusammenkunft überwiegend im Freien stattfindet. Das bedeutet, dass bei einem Grabgang im Anschluss an den Trauergottesdienst in der Kirche ebenfalls die Daten erhoben werden müssen. Sinnvollerweise müssten in so einem Fall die Daten schon erhoben werden, wenn die Trauergäste sich bei der Aufbahrung bzw. in der Kirche zusammenfinden.
 
Totenwache:
KEINE Erhebung durch den Bestatter
(Freiwillige) Erhebung durch die Pfarre möglich
 
Aufbahrung am Vortag des Begräbnisses:
KEINE Erhebung durch den Bestatter
Auflegen von Zetteln und Stiften macht jedoch Sinn, mit dem Hinweis, sich bitte einzutragen, wenn man länger als 15 min bei der Aufbahrung verweilt.
Ausnahme: Wenn der Andrang zur Aufbahrung (erwarteterweise) sehr groß ist bzw. die Verweildauer sehr lang ist (z.B. Anstellen zum Kondolenzbuch, etc.), dann besteht Erhebungspflicht durch den Bestatter. Das betrifft tendenziell Begräbnisse von sehr jungen oder sehr bekannten Menschen.
 
Aufbahrung (direkt) in der Kirche:
                KEINE Erhebung durch den Bestatter
                (Freiwillige) Erhebung durch die Pfarre möglich
 
Trauergottesdienst mit anschließendem Grabgang:
ERHEBUNG durch den Bestatter (da davon auszugehen ist, dass der Grabgang und die anschließende Verabschiedung am Grab länger als 15 min dauert)
 
Trauerfeier außerhalb einer Kirche (Leichenhalle / Verabschiedungshalle):
                ERHEBUNG durch den Bestatter
 
Urnenbeisetzung:
ERHEBUNG durch den Bestatter
Sollte jedoch nur die engste Familie des Auftraggebers kommen (was meist der Fall ist), so entfällt die Registierungspflicht, da die Daten bekannt sind (weil die Daten einer Person aus der Familie ausreichend sind). Sollte der Kreis größer sein, so besteht die Erhebungspflicht durch den Bestatter.
 
Unter Erhebung ist zu verstehen, dass auf die Registrierungspflicht hingewiesen wird (wie bislang in der Gastronomie). Das eigenhändige Führen einer Liste ist nicht notwendig.
 
Zu erfassen sind:

  • Name (Vor- und Familienname) – eine Person aus einer Familie ist ausreichend!
  • Telefonnummer
  • e-mail-Adresse wenn vorhanden

 
Am sinnvollsten erscheint das Auflegen von Zetteln, die von den Trauergästen selbst ausgefüllt werden und in eine undurchsichtige (wg. Datenschutz) Box eingeworfen werden.
Die Zettel werden im Anschluss vom Bestatter entnommen, in ein Kuvert gegeben, mit dem Namen des Begräbnisses bzw. Datum und Uhrzeit versehen und sind dann für 28 Tage aufzuheben. Danach sind sie zu vernichten. Sollte in dieser Zeit die BH (bzw. Magistrat) die Daten anfordern, so sind sie unverzüglich zu übermitteln.
 
Zehrung:
Derzeit nicht möglich.

Gernot Reisinger

"Auch wenn es aktuell nicht einfach ist, eine gewünschte Atmosphäre bei der Verabschiedung Ihres geliebten Verstorbenen zu gewährleisten. Wir stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite, um Ihre Wünsche bestmöglich umzusetzen."

Zurück

Copyright 2021. All Rights Reserved.